Freitag, 10. Juli 2015

Vertriebene, Spätaussiedler, Asylsuchende bzw. Asylbewerber ...

... werden oft in ein und denselben Topf geworfen. Richtig informiert ist kaum einer, es sei denn er ist selbst davon betroffen, aber auch da habe ich manchmal so meine Zweifel.
Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun,
sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen.
Arthur Schopenhauer
Wollen wir doch erst mal den Unterschied zwischen Vertriebene, Aussiedler bzw. Spätaussiedler und Asylsuchende (Asylbewerber) unter die Lupe nehmen.

Vertriebene

Das BVFG definiert den Begriff Vertriebener im § 1 wie folgt:
Vertriebener ist, wer als deutscher Staatsangehöriger oder deutscher Volkszugehöriger seinen Wohnsitz in den ehemals unter fremder Verwaltung stehenden deutschen Ostgebieten oder in den Gebieten außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches nach dem Gebietsstande vom 31. Dezember 1937 hatte und diesen im Zusammenhang mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges infolge Vertreibung, insbesondere durch Ausweisung oder Flucht, verloren hat. Bei mehrfachem Wohnsitz muß derjenige Wohnsitz verlorengegangen sein, der für die persönlichen Lebensverhältnisse des Betroffenen bestimmend war. Als bestimmender Wohnsitz im Sinne des Satzes 2 ist insbesondere der Wohnsitz anzusehen, an welchem die Familienangehörigen gewohnt haben.

Aussiedler und Spätaussiedler

Bis zum 31. Dezember 1992 wurden im amtlichen Sprachgebrauch solche Menschen Aussiedler genannt,
  1. die als deutsche Staatsangehörige in den ehemals deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie geboren wurden und zunächst nach 1945 dort verblieben sind, sowie gleichfalls deren Abkömmlinge und Ehepartner anderer Volkszugehörigkeit (gemäß § 4 Abs. 3 Satz 2 BVFG), die nach Deutschland übergesiedelt sind, oder
  2. die als deutsche Volkszugehörige aus einem kommunistisch regierten Land im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland oder der Deutschen Demokratischen Republik übergesiedelt sind, sowie die Angehörigen, die sie bei der Aussiedlung begleitet haben.
Spätaussiedler werden Menschen nur dann genannt, wenn sie ab dem 1. Januar 1993 in die Bundesrepublik Deutschland zugezogen sind. Wer vor dem 1. Januar 1993 in die Bundesrepublik Deutschland migriert und als Aussiedler anerkannt worden ist, behält (unabhängig von der Begriffsverwendung in der Umgangssprache) den Aussiedler-Status. Die Anerkennung als Aussiedler oder Spätaussiedler erfolgt nach dem Bundesvertriebenengesetz. Vor allem sollen die Begriffe Aussiedler und Spätaussiedler die Angehörigen von deutschen Minderheiten erfassen, deren Familien teilweise seit Generationen in Ostmitteleuropa, Ost- und Südosteuropa, aber auch teilweise in Asien gelebt haben und nach Deutschland ausgereist sind.

Asylbewerber, Asylwerber, Asylsuchende

Asylbewerber (in Österreich: Asylwerber; in der Schweiz: Asylsuchende), sind Personen, die bei einem Land dessen Staatsangehörigkeit sie nicht besitzen, um Asyl, das heißt um Aufnahme und Schutz vor politischer oder sonstiger Verfolgung, ersuchen. Während Asylbewerber Menschen mit einem laufenden Asylanerkennungsverfahren sind, werden anerkannte Asylbewerber als Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge bezeichnet. Der Begriff Asylant wird häufig als abwertend empfunden und vor allem von rechtsstehenden Organisationen verwendet.

Der Staat, in dem die Asylbewerber um Aufnahme ansuchen, prüft in einem Asylverfahren, ob ein Anspruch auf Asyl besteht, ob es sich bei den Antragstellenden um Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention handelt und ob Abschiebungsverbote wie Gefahren für Leib und Leben, Gefahr der Folter, drohende Todesstrafe o. Ä. vorliegen.

Die obigen drei Definitionen habe ich aus Wikipedia entnommen und auch entsprechend verlinkt, falls jemand weiterführende Informationen dazu haben möchte.

Ich habe es selber erlebt, wie sogar angesehene Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, diese drei Begriffe verkehrt formulieren. Auch wenn ich den Satz immer wieder höre: Deutschland hätte nach dem Krieg mehr als 11 Millionen Vertriebene verkraftet und heute spreizen wir uns gegen ein paar Hunderttausend, geht mir immer wieder der Hut hoch.

Einerseits werden hier Äpfel mit Birnen verglichen, andererseits ist ein Flüchtling heute nicht gleich Flüchtling und es geht um weit mehr als ein paar Hunderttausend.

Der hinkende Vergleich

Vertriebene und Aussiedler bzw. Spätaussiedler waren stets DEUTSCHE. In dem Land in welchem sie zum Zeitpunkt der Ausreise lebten, hatten sie die deutsche Volkszugehörigkeit. Ihre Ahnen kamen ursprünglich aus Gebieten des Deutschen Reiches. Sie kamen aus demselben Sprach- und Kulturkreis wie die Deutschen, die hier im Bundesgebiet lebten.

Die Vertriebenen wurden aus ihren Häusern, welche sich gemäß der Gebietsaufteilung nach dem Zweiten Weltkrieg, nun nicht mehr auf deutschem Boden befanden, weil der Landstrich einem anderen Land zugeteilt wurde, vertrieben, mussten innerhalb von 24 Stunden ihr Elternhaus verlassen und konnten gerade mal ein paar Habseligkeiten mitnehmen. Oft war es nur das, was sie tragen konnten. Haus und Hof, Schmuck und andere Wertgegenstände wurden vor ihrer Abreise von den Besatzungsmächten konfisziert.

Die Aussiedler und Spätaussiedler (vor 1993 Aussiedler danach Spätaussiedler, haben den gleichen Status) sind deutsche Minderheiten die sich vor Generationen östlich der Oder-Neiße-Linie auf damals deutschem Gebiet niedergelassen haben und zunächst nach dem Krieg auch dort verblieben sind. Durch kommunistische Repressalien der deutschen Minderheit in den damaligen Ostblockländern, den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang, haben sich viele entschlossen in das Land ihrer Väter - Deutschland - zurückzukehren.

Asylbewerber hingegen sind Menschen anderer Nationalität oder Volkszugehörigkeit, die aus einem Land kommen in welchem Krieg und Terror herrscht, Menschen die in ihrem Land politisch oder aus irgendeinem anderen Grund verfolgt wurden, im eigenen Land um ihr Leben bangen mussten, dort nicht mehr sicher waren.

Die Vertriebenen und Spätaussiedler, die ins Land ihrer Väter zurückkehrten, waren stets DEUTSCHE.

Ich bin bestimmt der letzte Mensch, der einem anderen in der Not nicht hilft, aber sind die Menschen, die unser Land derzeit überfluten tatsächlich politische Flüchtlinge oder wollen sie nur von der Großzügigkeit des Deutschen Staates profitieren?
Aus Trümmern schufen sie Fundamente - ist der Titel des Beitrags, der auf meiner Webseite eine kurze Zusammenfassung zur Entstehung und dem Aufbau der Stadt Waldkraiburg schildert. Daraus kann man wohl am besten den Unterschied zwischen Vertriebenen von damals und den Flüchtlingen von heute erkennen. 
Damals kamen die Menschen mit einem Minimum hier an, bekamen keine staatliche Unterstützung, mussten oft hungern, aber allein mit ihrer Hände Arbeit haben sie eine ganze Stadt aus den Trümmern der von den Amerikanern zerbombten Bunkern gestampft. 
... und genau diese Menschen, auf welche unsere Stadt so stolz sein kann, werden heute von so manchem Ignoranten im gleichen Atemzug mit den heutigen Flüchtlingen genannt oder sogar mit diesen verglichen.


Weiter geht's demnächst im Beitrag:
Asylbewerber ist nicht gleich Ayslbewerber 



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