Montag, 14. Dezember 2015

Murphy's Gesetz . . .

Ihr kennt es doch alle oder zumindest habt ihr schon mal davon gehört. Wenn nicht, hier der Wortlaut:
„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Die neue Maschine für revolutionäre Reinheit
Es war schon Mitternacht als wir daheim angekommen sind mit zwei großen Koffern voller dreckiger Wäsche. Nach 3 Wochen Urlaub bleibt nichts mehr sauber, das man eingepackt hat. Am Sonntag habe ich mich ans Waschen gemacht, damit ich nicht die ganze Woche überall Wäsche habe. Nach der zweiten Ladung fiel die Waschmaschine aus. Erst hat sie mir die Sicherung rausgehauen, dann drehte sie sich einfach nicht mehr. Sie machte zwar noch Geräusche, als ob sie drehen würde, aber sie war tot.

Da sich bei der alten Maschine eine Reparatur nicht mehr lohnte, ging's am Montag gleich nach der Arbeit in ein Elektrofachgeschäft, um eine neue Maschine zu erwerben. Wir wurden von einer netten Dame über eine Stunde lang beraten und haben uns zahlreiche Maschinen angesehen. Letztendlich haben wir uns für einen der im Geschäft stehenden "Mercedes" (eine der teuersten und neuesten Maschinen) entschieden. Sie soll schließlich lange halten und mir das Leben erleichtern.

Die patentierte Trommel mit Wabenmuster 
Sie hat eine patentierte Trommel, die schonend zur Wäsche ist und kleinere Löcher hat, somit wird das Wasser länger in der Trommel gehalten und nicht im Behälter darunter. Sie hat eine automatische Dosierung des Waschmittels über zwei integrierte Behälter, welche für ein halbes Jahr bei 2 - 3 Ladungen pro Woche halten soll. Sie hat sehr viele weitere Funktionen, die einem das Leben erleichtern sollen. Da wäre das Vorbügeln, zusätzliches Hinzufügen von Wasser, wenn die Wäsche stärker verschmutzt ist, sie erkennt vieles von selber und meldet sich auch optisch und akustisch, wenn was nicht stimmt.

Das Ausschlaggebende für den Kauf aber, war die Robustheit. Die günstigeren Maschinen haben allesamt Kunststoffteile, welche mit der Zeit brüchig werden können oder schneller verschleißen. Bei dieser sind alle beweglichen Teile, die stark beansprucht werden aus Edelstahl. Sie ist ein Ausstellungsstück und wäre sogar etwas günstiger. Zwar immer noch schweineteuer, aber als wir den Laden verlassen haben, waren wir sicher ein Schnäppchen gemacht zu haben.

Auf 20 Jahre Lebensdauer getestet, was etwa
10.000 Betriebsstunden entspricht
Am Dienstag mussten wir nochmals in den Laden, um noch ein paar Formalitäten zu erledigen, was auch einwandfrei geklappt hat. Sie sollte am Donnerstag geliefert werden und man wird mich eine halbe Stunde bevor die Monteure in der Wohnung sind in der Arbeit anrufen. Habe extra die Nummer von der Arbeit eintragen lassen und sie wurde auch mit Ausrufezeichen vor unseren Augen gekennzeichnet. Am Donnerstag dann warte ich und warte, traue mich kaum aus dem Büro, damit ich den Anruf ja nicht verpasse, denn mit den Bergen von Wäsche daheim war's nun nicht mehr lustig. Stunde um Stunde verging, von den Monteuren keine Spur, kein Anruf nichts.

In der Mittagspause fanden wir dann eine Karte im Postkasten, sie hätten 10 Minuten vor der Tür gewartet, aber keiner hat aufgemacht. Ausgemacht war das so aber nicht.

Wir haben daraufhin im Laden angerufen. Erst wurde uns gesagt, man hätte uns am Dienstag gegen 18 Uhr angerufen, um uns zu sagen, sie könnten die Maschine früher liefern. Zu dem Zeitpunkt aber waren wir bei denen im Laden. Daheim angekommen sahen wir zwar einen Anruf, aber woher soll ich wissen, wer anonym ist? Der AB wurde auch nicht besprochen.

Daraufhin wurde uns gesagt, dass ein nächster Termin frühestens am Montag möglich wäre. Erstens hat der Laden das mit der Nummer vermasselt und zweitens konnte ich mit den Bergen an Wäsche wirklich nicht mehr warten. Es kam immerhin nochmals die dreckige Wäsche einer ganzen Woche von einem Dreipersonenhaushalt hinzu und die Wäschekörbe quollen alle über.

Ich bin am Telefon ausgerastet und habe ihnen gesagt, wenn ich meine Maschine am Freitag nicht bekomme, trete ich vom Kauf zurück und gehe in den erstbesten Laden in meiner Heimatstadt und hole mir dort das erstbeste Stück, das mir zwischen die Finger kommt. Was nutzt mir eine gute Beratung, wenn die interne Kommunikation dann nicht stimmt und ich meine Ware nicht wie ausgemacht bekomme?

Das soll sie alles können, wodurch sie mir auch viel Zeit ersparen soll
Schließlich bekam ich meine Supermaschine dann doch am Freitag. Der Monteur hat sie angeschlossen, auch die beiden Waschmittelbehälter eingefügt und mir ein bisschen was zur Maschine erklärt. Den ersten Waschvorgang sollte ich ohne Wäsche mit hoher Temperatur und auch Vorwäsche durchlaufen lassen. Das hat er gleich eingestellt und gestartet. Es dauerte ewig, aber dann war es endlich soweit und ich befüllte meine Supermaschine mit der ersten Ladung Wäsche.

Ich wähle Baumwolle bei 40°C, stark verschmutzt mit Vorbügeln. Waschmittel muss ich ja nicht separat hinzugeben, das wird anhand meiner Einstellungen automatisch dosiert - alle notwendigen Ersteinstellungen einschließlich der Dosierbehälter wurde vom Monteur vorgenommen. Nur Weichspüler gebe ich manuell hinzu. Die Maschine ist so leise, dass ich sie kaum höre. Ich war begeistert. Die Dauer des Waschvorgangs wurde mir mit knapp vier Stunden angezeigt. Immerhin noch vor Mitternacht kann ich meine erste Wäsche aus der neuen Maschine nehmen.

Die beiden Dosierbehälter im unteren Bereich
Als ich die Wäsche rausnehmen wollte, war sie ziemlich warm, wohl schon in Richtung heiß. Vorbügeln bedeutet ja, die Wäsche wird mit Dampf besprüht, welcher ja bekanntlich heiß ist, und die Wäsche ist ständig in Bewegung, damit die Knitterfalten, welche durch den Schleudervorgang entstehen, etwas gemildert werden. Tatsächlich ist die Wäsche kaum verknittert und die meisten T-Shirts muss ich tatsächlich nicht mehr bügeln, sofern ich die auf einem Bügel aufgehängt trockne. Was ich aber stark vermisst habe, ist der Geruch meines Weichspülers, der Frischegeruch, wenn die Wäsche aus der Maschine kommt.

So sparsam ist sie noch dazu
Nach der schwarzen Wäsche, habe ich es mit der Buntwäsche probiert. Da muss wohl ein Papiertaschentuch mit drinnen gewesen sein, denn die ganze Wäsche war voller Papierschnipsel und Fetzen. Mühsam habe ich Wäsche und Maschine komplett sauber gemacht, auch das Sieb angeschaut. Das Sieb war komplett sauber. Die ganzen Papierfetzen sind in der Trommel geblieben. Soll mir auch Recht sein. Dann verstopft wenigstens kein Sieb. Diesmal hatte ich zwar mehr Weichspüler reingetan, obwohl es hieß, dass man nur sehr wenig braucht, das Ergebnis war aber dasselbe. Kein Frischegeruch.

Bei der ersten Ladung weißer Wäsche ist mir aufgefallen, dass diese nicht wirklich weiß war, obwohl ich die Einstellungen genau befolgt habe und zusätzlich stark verschmutzt ausgewählt hatte.

Eine weitere Ladung mit Buntwäsche und wieder ein Papiertaschentuch? Wieder waren lauter Fetzen drin und ich hatte wirklich Mühe die ganzen Schnipsel aus der Wäsche zu entfernen. Aus der Maschine gingen sie total leicht, auch aus der Gummidichtung. Um aber sicher zu gehen, haben wir einen Reinigungsvorgang gestartet und die Maschine über 3 Stunden leer laufen lassen.

Ab jetzt kontrolliere ich jedes einzelne Wäschestück, jede Tasche, jeden Schlitz und jede noch so kleine Ritze nach Papiertaschentüchern. In 11 Jahren in denen ich die alte Maschine hatte ist mir das vielleicht 4 - 5 Mal passiert. Wie konnte das in den ersten 5 Ladungen gleich zweimal passieren?
Aber egal, jetzt wird genauestens kontrolliert und auch zwischendurch gereinigt, was eigentlich nur 1 - 2 Mal im Jahr gemacht werden sollte. Aber sicher ist sicher.

Und es ging weiter. Eine Maschine mit dunkler Wäsche - dunkelblau und schwarz. Es sind Jeans, Baumwoll-T-Shirts und dunkle Unterwäsche - Baumwolle und Synthetik. Die Wäsche war normal verschmutzt, den Weichspüler habe ich getauscht, diesmal einen teureren und intensiver riechenden genommen, aber der Frischegeruch bleibt wieder aus. Dafür ist die Trommel voll mit Fusseln (Flusen). Meine nächste Ladung wäre weiße Wäsche. Nun muss ich die Flusen erst aus meiner Supermaschine - die sonst im Sieb aufgefangen wurden - rausfieseln, damit ich diese nicht in der weißen Wäsche wiederfinde. Das Sieb habe ich ebenfalls rausgenommen und angeschaut. Nichts drinnen, total sauber. Sollte nicht das Sieb eben diese Flusen auffangen? Sie bleiben aber in der Trommel.

Ab sofort wird in Schrift und Bild jeder Waschvorgang
minutiös dokumentiert. 
Ich habe unterschiedliche Waschprogramme getestet, auch das Quick Power Wash - schnell, verbraucht aber mehr Energie - aber auch Express 20. Dieser Waschvorgang mit Vorbügeln lag bei knapp einer Stunde. Ich habe den Eindruck, es wird mit zu wenig Wasser gewaschen, einen Schaum habe ich bisher nicht gesehen. Vom Waschmittel aber fehlt schon recht viel und die nächste Überraschung dann gestern, als ich auf einmal die Meldung lesen konnte - Behälter einsetzen. Die beiden Waschbehälter wurden doch vom Monteur eingesteckt und steckten seitdem unberührt in der Maschine. Als ich das Türchen zu den Behältern öffnete, war der mit dem blauen Waschmittel, total eingedrückt. Ein Vakuum wodurch der Behälter erst total eingedrückt, dann wohl aus der Verankerung gerissen wurde. Ich musste mir einen Kochlöffel holen, um Luft in den eingedrückten Behälter zu bekommen. Er wurde etwas ausgedellt, ist aber immer noch eingedrückt, funktioniert aber wieder. Mal sehen wie lange der jetzt hält.

Gestern waren es genau 10 Tage seitdem ich die Maschine habe. In dieser Zeit habe ich etwa 10 Ladungen gewaschen, war aber bisher mit keiner richtig zufrieden.

Hab ich ein Montagsmodell erwischt? 

Minutiöse Waschberichte mit den genauen Einstellungen und den erzielten Ergebnissen werde ich in Text und Bild festhalten und in diesem Blog veröffentlichen. Jede Aussage zur Waschmaschine durch den Hersteller wird genau unter die Lupe genommen.

P.S. ... und das Schnäppchen, das man mir angeboten hatte, war's dann doch nicht. Ich habe dieselbe Maschine andererorts viel billiger gesehen. 

Innerhalb der nächsten Wochen oder Monate (je nach Wäscheaufkommen) wird sich herausstellen, ob die Supermaschine ihr Geld wert ist oder doch nicht.

---> Fazit nach zwei Wochen Superwaschmaschine

---> Der Tragödie dritter Teil

---> Teil 4 - Superwaschmaschine von Miele

---> FAZIT - SUPER-Waschmaschine von Miele


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