Samstag, 27. Februar 2016

Unter die Lupe genommen ...

meine Superwaschmaschine von Miele
Schon verlockend, was da alles draufsteht!
Das soll sie alles können und noch viel mehr ...

... aber ist auch all das drin?

Ich habe mich schon mehrfach über die schlechten Testergebnisse, die mir meine Waschmaschine geliefert hat, hier im Blog ausgelassen, hat doch diese Supermaschine nur gute bis sehr gute Testergebnisse im Web.

Da kommt doch einfach die Frage auf? Habe ich nun ein Montagsmodell erwischt oder sollte ich doch die Testergebnisse in Frage stellen?

Der Techniker von Miele - ja, es kam einer trotz Feiertage sogar kurzfristig und mir wurde gesagt, dass er alles wieder in Ordnung bringen wird und eventuell auch mein Problem mit dem Geruch und dem Waschmittel an das Labor weitergeben würde.
Er war gleich Anfang des Jahres da, hat die Maschine an seinen Laptop angeschlossen, ein paar Waschvorgänge - natürlich ohne Wäsche - gestartet und mich zur Ruhe gemahnt, sobald ich versuchte auch nur eine Frage zu stellen. Ich hatte den Eindruck, ich könnte ihn sonst draus bringen und der Computer könnte sich in seinem automatischen Leseablauf gestört fühlen und nicht die erwünschten Ergebnisse bringen. Nach mehreren Testläufen hat mir der Techniker versichert, dass mit der Maschine alles in Ordnung wäre. Mit ihr wurden insgesamt 84 Stunden gewaschen, einmal war viel Schaum in der Maschine. Alles in bester Ordnung. Als ob mich die Anzahl der Stunden, die ich gewaschen habe oder der Schaum in der Maschine interessiert hätte. Ich sah sowieso nur ein einziges Mal Schaum, als ich die Vorhänge gewaschen habe und das mit eigenem Waschmittel.

Nur der eine Dosierbehälter wurde falsch gelagert,  - betont hat er auch noch, dass es nicht an mir lag, sondern an der Lagerhaltung - wo auch immer es gewesen sein mag - die Membrane ist verstopft und die Maschine konnte dadurch keine Luft nachziehen. Der Behälter wurde eingedrückt und sobald der Unterdruck im Behälter zu hoch wurde, sprang er aus der Verankerung und ich bekam meine Fehlermeldung bzw. die Maschine hat einfach gestoppt. Auch die Fehlermeldungen zur Hygiene Info hätten damit zu tun. Es könnte sein, dass zu wenig Waschmittel in die Maschine gelangt ist.

Meine Fragen, die ich zu den schlechten Waschergebnissen hatte, der aufgerauten Oberfläche, zum unangenehmen Geruch trotz Weichspülers ... wollte er einfach überhören. Nachdem ich mehrmals ganz penetrant und aufdringlich danach gedrängt habe, meinte er ich könnte ja bei irgendeiner kostenlosen Nummer beim Miele Kundendienst anrufen. Die Nummer finde ich auf der Miele Seite im Internet oder in der Gebrauchsanweisung.

Wie aber kann man einen übelriechenden Geruch telefonisch übermitteln? Dachte, wenn der Kundendienst da ist, der würde sich wenigstens Notizen zu meinen Beschwerden machen. Weit gefehlt.

Meinen Frust über meine Supermaschine habe ich in mehreren Blogbeiträgen abgelassen.

Der Blogbeitrag von Anfang Januar zum Kundendienst von Miele
Alle bisherigen Blogbeiträge zum Thema Miele Waschmaschine

Durch die Aussage des Kundendienst-Technikers und der vielen - ausschließlich positiven Testergebnisse im Internet - war ich etwas verunsichert und habe mich entschlossen etwas weiter zu testen. Das Ergebnis hat sich leider nicht geändert und ist alles andere als zufriedenstellend. Meine persönliche Meinung zur Waschmaschine ist gleich geblieben.

In diesem Blogbeitrag werde ich nun die einzelnen Punkte, die mich zum Kauf gerade der Miele Waschmaschine bewogen haben, erläutern und meine persönlichen Erfahrungen schildern.

Die Highlights

Alle oben genannten Highlights waren ausschlaggebend für den Kauf gerade dieser, doch sehr teuren Waschmaschine. 
Die anderen Modelle im Laden waren wesentlich günstiger. 
Sie hatten aber weniger Funktionen, die mir das Leben mit meiner Wäsche erleichtern sollten.

Nun wollen wir sie mal einzeln durchgehen, was sie bedeuten und welche Erfahrungen ich gemacht habe. 

Hierzu melde ich mich in 20 Jahren wieder, falls die Maschine dann noch existiert. Die max. Garantie, welche ich
für die Maschine bekomme, aber nur, wenn ich dafür einen separaten Vertrag abschließe und dafür bezahle,
sind 10 Jahre. In dieser Zeit würde ich auch das hauseigene Waschmittel dazu bekommen. 
Mehr zum Waschmittel etwas weiter unten.
Ich habe es mit einer Outdoor Kapsel versucht, konnte aber keinen Unterschied zu einem normalen Waschvorgang
in meiner alten Maschine feststellen. Der Skianzug war sauber und roch sogar frisch. OK.
Als echte Sauberkeit würde ich es nicht gerade bezeichnen, aber wenn man Wäsche auffrischen möchte, weil sie
längere Zeit im Schrank gelegen hat, ist der Waschvorgang OK. (Ich habe eigenes Flüssig-Waschmittel benutzt.)
Dieses Programm habe ich bisher nicht gebraucht.
Es gab bisher keine Flecken, die einer speziellen Behandlung bedurft hätten.
Das hatte ich mal ganz am Anfang ausprobiert, einmal mit dem automatischen Dosiersystem
und dann auch noch mit dem eigenen Waschmittel.
Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend. Die Wäsche roch unangenehm und richtig sauber war sie auch nicht.
Meine persönliche Meinung - das wurde mir auch vom Miele Techniker bestätigt:
Wer zu sehr am Wasser spart, kriegt auch mit mehr Waschmittel keine saubere Wäsche.
Da wird doch nur der Schmutz besser auf die gesamte Wäsche verteilt, aber nicht richtig ausgespült.
Eigenes Fazit: nur mit eigenem Waschmittel riecht die Wäsche auch frisch.
Ergo: mit Sparfunktion keine saubere Wäsche.
Einerseits bin ich von der Vorbügel-Funktion der Waschmaschine begeistert, aber es gibt ein Detail, das meinen Enthusiasmus trübt. Bin mir bis heute nicht ganz sicher, ob nicht gerade diese Funktion die Oberfläche der Wäsche aufraut und die ganzen Flusen aus der Wäsche holt. Denn bis dato habe ich Flusen über Flusen nach jedem Waschvorgang in der Trommel. Überwiegt nun der Vorteil oder der Nachteil? Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich nach dem Waschvorgang in die Trommel "kriechen" muss, um diese von Flusen zu befreien, damit sie nicht auf der nächsten Wäsche sind.
Selbst der Techniker meinte, das hätte er noch nie gesehen, aber er hat es weder notiert noch gemeldet.


Zu diesen einzelnen Punkten gibt es nicht so viel zu sagen. Im Großen und Ganzen kann ich dem nur zustimmen.
Aber trotzdem eine kleine Zusammenfassung. Auch das Positive soll hervorgehoben werden.

Umfangreiches Programm mit vielen Funktionen ... aber braucht man die wirklich alle? 

Die Maschine ist wirklich sehr leise. Auch beim Schleudern ist sie bei offener Tür leiser
als die alte bei geschlossener Badezimmertür.

Ich benutze diesen Behälter nicht, sondern eine Kugel, welche ich direkt in die Trommel gebe.
Das Abteil für den Weichspüler weist immer Rückstände nach dem Waschvorgang auf, aber das ist wohl normal.
Weil die Maschine so leise läuft, kann ich sie auch mitten in der Nacht starten, ohne dass jemand es auch nur merkt
und in der Früh, wenn ich aufstehe, gleich die fertig gewaschene Wäsche aufhängen.
Die hat mir den tollen Blick auf die vielen Flusen, die nach jedem Waschvorgang in der Trommel bleiben, erst ermöglicht.
Sonst hätte ich wohl länger gerätselt wieso meine weiße Wäsche auf einmal lauter schwarze Fusseln hat und umgekehrt.
Um ehrlich zu sein, habe ich noch gar nicht nachgeschaut, ob ich diese Funktion überhaupt habe.
Ist für mich auch nicht wichtig und nicht relevant.
In diesem Bereich gab es positive und auch negative Erfahrungen. 
Ob der Motor tatsächlich so sparsam ist, kann Otto-Normalverbraucher - also auch ich - leider nicht so einfach
nachmessen. Ich habe keine Vergleichswerte mit meiner alten Maschine.
Also gehe ich davon aus, dass dem so ist.
Auch das mit der Energieeffizienz ist so 'ne Sache. Nutze ich die Energiespartaste - ECO - wird weniger Wasser verwendet, das Wasser wird nur auf die gewünschte Temperatur aufgeheizt, dann wird der Heizvorgang gestoppt. Der Techniker selber sagte mir ich solle immer 10°C mehr einstellen, denn bei dieser Funktion wird nur einmal auf die Temperatur erhitzt, danach kühlt das Wasser langsam ab. Die Heizfunktion würde die meiste Energie verbrauchen.  Deshalb wird das Wasser bei der Sparfunktion nur einmal am Anfang auf Temperatur gebracht und kühlt dann während des Waschvorgangs langsam aus. Leider kann ich das nicht kontrollieren - bei der alten Maschine konnte ich am Schauglas fühlen, ob das Wasser noch warm ist. Jetzt ist eine zusätzliche Scheibe über dem Schauglas. Ich müsste die Maschine zwischendrin stoppen, aufmachen und messen. 
Und auch die Wassersparfunktion soll ich lassen. Zu wenig Wasser macht keine saubere Wäsche.
WO BLEIBT DA DIE ENERGIE-EFFIZIENZ ? - mindestens ein PLUS weniger hinter dem A
Auch das ist so 'ne Sache.
Fast alle Bekleidungsstücke die ich habe, sollen bei maximal 40°C gewaschen werden. Die Waschmittelhersteller werben mit sauberer Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen. Dann kommt der Techniker  - aber auch diverse Foren im Internet - die sagen, du musst aber zwischendurch immer wieder mit höherer Temperatur waschen, sonst bleiben Keime in der Maschine, die sogar Krankheiten verursachen können. Ich soll auch immer wieder Pulver zum Waschen verwenden, da dies eine höhere Reinigungswirkung hat, als Flüssigwaschmittel und Keime besser abtötet. Zusätzlich würden die Perlen des Waschmittels den Schmutz besser binden und beim Abpumpen mitnehmen.
Miele bietet aber nur das eigene Flüssigwaschmittel an, das einerseits ganz schön teuer ist und gleichzeitig die Wäsche nicht wirklich sauber kriegt, dafür aber einen Grauschleier bei der schwarzen Wäsche produziert.
Was mache ich nun? Spare ich nun Energie und riskiere Keime oder
wasche ich bei höheren Temperaturen und bleib gesund?
DIE ERSPARNIS BLEIBT WIEDER MAL AUF DER STRECKE. - ein weiteres + hinter dem A weniger
Mag sein, aber das konnte meine alte Maschine auch und die hat nur 1/3 des Preises dieser Maschine gekostet.
Dort habe ich wenigstens ein Wasser gesehen.
Es misst mir zwar die Wassermenge, aber steuern kann ich es nicht. Angeblich wird's von der Wäschemenge gesteuert.
Aber der Techniker selber sagte mir ich soll die Sparfunktion weder für Wasser noch für Energie nutzen.
Was nun?
Eco-Feedback ist meines Erachtens nur Augenwäscherei.
Was nutzt mir die Prognose?
Nehme ich dann ein Sparprogramm, mit welchem meine Wäsche nicht ganz sauber wird?
Wohl kaum ... Schließlich habe ich eine Waschmaschine, damit ich saubere Wäsche kriege.
Davon kann jeder halten was er möchte.
Ob diese Front tatsächlich kratzfest ist, möchte ich lieber nicht testen.
Am Ende stimmt auch das nicht ganz und ich  habe Kratzer auf der Oberfläche.
Und das mit den 20 Jahren ... warten wir's ab. Sofern die Maschine dann noch existiert.
Jetzt geht's ans Eingemachte: die Reinigungsleistung, mit der ich nicht ganz zufrieden bin.
CapDosing - siehe weiter oben.
QuickPowerWash - siehe weiter oben.
TwinDos - in diesem Blogbeitrag bin ich näher darauf eingegangen (bitte anklicken)
Fleckenoption - nicht getestet
PowerWasch 2.0 - siehe weiter oben.
Egal ob WCS, WPS oder WPM ... was mir wichtig ist, dass der Wasserfluss sofort unterbrochen wird, 
wenn die Maschine eine Fehlfunktion aufweist. 
Kann ich als Otto-Normalverbraucher wohl kaum testen, sehe ich aber als positiv.

Besonders die patentierte Schontrommel liegt mir quer im Magen.

Es muss wohl an der Trommel liegen, dass die Oberfläche meiner Wäsche nun so stark aufgeraut ist.
Erst dachte ich es läge an dem von Miele mitgelieferten Waschmittel. Das benutze ich schon lange nicht mehr. Ich habe unterschiedliche Waschmittel getestet - Billig- und Marken-Waschmittel, flüssig und pulverförmig. So gut wie jede Oberfläche wird aufgeraut, obwohl ich nun nur noch pulverförmiges Markenwaschmittel hernehme. 

Meine Biberbettwäsche habe ich schon einige Jahre und sie wurde auch schon oft gewaschen.
So stark aufgeraut ist sie aber erst seit der neuen Maschine, obwohl ich sie links
gewaschen habe. Ob es nun an der Schontrommel oder dem Vorbügeln liegt,
kann ich nicht sagen. Tatsache aber ist - sie ist stark aufgeraut.
Das mit dem Vorbügeln würde mir jede Menge an Bügelarbeit sparen, müsste ich nicht jedesmal die Wäsche vor dem Bügeln mit der Fusselrolle behandeln.
Mein Werkzeug vor dem Bügeln. Pro Hemd oder Bluse brauche ich immer eine komplette Lage.
So sieht die Trommel nach dunkler Wäsche aus.

Und das ist sie nach heller Wäsche.
Ich hab mir mal den Scherz erlaubt und das Staubtuch nach der Trommelreinigung abzulichten.
Etwa dieselbe Menge an Flusen ist nach jedem Waschvorgang in der Trommel.

Jetzt stelle sich einer mal die weiße Wäsche vor, wenn die Trommel nicht gerenigt worden wäre.
Ich hatte es schon mal vergessen. Danach habe ich pro Kleidungsstück zwei Lagen Fusselrolle benutzt.

Und nun zum Schluss noch ein paar Testergebnisse von FOCUS ...

Ein paar Auszüge vom obigen Bericht, die mir meine Vermutungen bestätigen und die gemachten Erfahrungen unterstützen.

Wer lässt soviel Wäsche auf einmal zusammenkommen? Wo soll ich überhaupt so viel Wäsche auf einmal lagern?

Ganz zum Schluss nun noch der 
Die Miele ist nur auf Platz 4. Die halb so teure Siemens hat das Rennen gemacht. Sogar eine Maschine, die nur etwa 1/3 des Preises ausmacht ist vor meiner überteuerten Miele. 

Was mich wohl am meisten an der ganzen Geschichte ärgert ist die Tatsache, dass ich eine Waschmaschine wollte, die mir meinen Alltag erleichtern sollte, so dass ich mehr Freizeit für meine Hobbies habe. Leider habe ich seit dem Kauf der Maschine sehr viele Stunden damit verbracht zu recherchieren woran das liegen könnte, dass die Maschine nicht meinen Erwartungen und den Versprechungen von Miele entspricht.
Und nimmt man noch die "Entfusselung" hinzu ... 

Dienstag kommt nochmals ein Techniker. Bin schon gespannt was der zu berichten hat. 

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